Zusammenfassung
Hintergrund Die intermediäre Uveitis stellt für Kinder und Jugendliche die häufigste intraokulare
Entzündungsform dar. Trotz intensiver Behandlung sind die konservativen Therapieerfolge
häufig nur begrenzt und darüber hinaus noch mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden.
Patienten und Methode Bei 25 Augen mit juveniler Uveitis intermedia (Alter der Patienten zwischen 5 und
18 Jahren; Altersdurchschnitt 13,5 Jahre) und Visuswerten zwischen 0,2 und 0,4 (Visusdurchschnitt
0,19) wurde nach erfolgloser konservativer Therapie eine Kryokoagulation mit anschließender
Frühvitrektomie durchgeführt.
Ergebnisse Bei fast allen Patienten (22 von 25) wurde postoperativ innerhalb der ersten 6 Monate
eine zum Teil erhebliche Verbesserung der Sehschärfe erzielt. Der Visus stieg auf
Werte zwischen 0,05 und 1,0 an (mittlerer postoperativer Visus 0,58) und blieb auch
während eines längeren Beobachtungszeitraumes (kürzeste Nachbeobachtungszeit 6 Monate,
längste Nachbeobachtungszeit 13 Jahre (Mittelwert: 3,9)) weitgehend stabil. Unter
den Patienten mit einem deutlichen Visusanstieg fanden sich auch 7 Augen mit chronisch
zystoidem Makulaödem, das postoperativ eine Regression aufwies. Außerdem wurde die
Anzahl bzw. der Verlauf weiterer Entzündungsschübe an den vitrektomierten Augen deutlich
vermindert. Eine visusrelevante Zunahme präoperativ bestehender Linsentrübungen konnte
selbst nach über 10jährigem Beobachtungszeitraum nicht festgestellt werden.
Schlußfolgerungen Diese Ergebnisse zeigen, dass eine Frühvitrektomie bei juveniler intermediärer Uveitis
häufig zu einer Stabilisierung bzw. Verbesserung der Sehschärfe und zu einer Rückbildung
des entzündlichen Krankheitsbildes führt. Aus diesem Grund sollten Kinder und Jugendliche
mit endogener Uveitis intermedia anstelle einer langfristigen systemischen Immunsuppression
mit den damit verbundenen gravierenden Nebenwirkungen frühzeitig einer Pars-plana-Vitrektomie
unterzogen werden.
Summary
Background The intermediate uveitis is one of the most common intraocular manifestations of
inflammation during infancy and adolescence. The success of intensive pharmacological
treatment is rather limited and often associated with heavy side effects.
Patients and methods In 25 eyes with juvenile uveitis intermedia (age of the patients between 5 and 18
years, mean 13.5 years) and visual acuities between 0.02 and 0.4 (mean 0.19) an early
vitrectomy was performed after failure of conservative treatment and peripheral cryocoagulation.
Results Almost all patients (22 out of 25) showed an improvement of visual acuity within
the first 6 months of the surgery. Among the patients with a remarkable improvement
of visual acuity 7 eyes had a chronic cystoid macular oedema which showed a regression
postoperatively. Additionally, the number and the course of inflammatory periods could
be reduced postoperatively. An increase of preexisting lens opacities, however, has
not been noticed even after a follow-up period of 10 years.
Conclusions The results show that an early vitrectomy in cases of juvenile uveitis intermedia
often leads to a stabilization or an improvement of visual acuity and a regression
of the inflammatory attacks (episodes). Therefore, in children and adolescents with
endogenous uveitis intermedia a pars plana vitrectomy instead of a long-term systemic
immunosuppression associated with heavy side-effects should be considered.
Schlüsselwörter
Frühvitrektomie - endogene juvenile Uveitis intermedia - zystoides Makulaödem - Cataracta
complicata
Key words
Early vitrectomy - endogenous juvenile uveitis intermedia - cystoid macular oedema
- Cataracta complicata